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Der DAFV kritisiert scharf die Einführung eines Tagesfanglimits für Angler

Berlin/Offenbach - Nach langen Diskussionen haben sich die EU-Fischereiminister auf Fangquoten für die Ostsee geeinigt. Der Kompromiss für das kommende Jahr sieht unter anderem eine deutliche Absenkung der Dorschquoten für Berufsfischer vor. Erstmals wurden die Angler einbezogen und ihnen ein Tagesfanglimit auferlegt.

Demnach dürfen Angler im kommenden Jahr auf der westlichen Ostsee fünf Dorsche am Tag angeln, in der Laichzeit, im Februar und März höchstens drei Dorsche pro Tag. Berufsfischer dürfen im Februar und März in der westlichen Ostsee acht Wochen lang keinen Dorsch fangen - zwei Wochen mehr als bislang.

Der DAFV hatte sich schon lange vor der Entschließung des Ministerrats positioniert und sich gegen eine Tagesfangbeschränkung ausgesprochen. Diese ist nur schwer kontrollierbar und schädigt den Tourismus an der Küste. Das Fangen von Laichdorschen, verlangsamt den Wiederaufbau des Dorschbestandes und steht der Zielsetzung der gesamten Regulierung entgegen. Ohne das Laichen der Dorsche ist ein Wiederaufbau des Bestandes nicht möglich. Der DAFV hatte den völligen Verzicht auf das Angeln von Dorschen in der Laichzeit in den Laichgebieten (Meeresgebiete tiefer als 20m) angeboten. Es ist ein Armutszeugnis, dass im Poker um den Dorsch, die Vernunft gegenüber durchsichtigen wirtschaftlichen Interessen, zurückstehen musste.

Der DAFV erkennt an, dass auch die Angler ihren Beitrag zum Wiederaufbau des Dorschbestandes leisten müssen. Daher hat der DAFV ein 6-wöchiges Fangverbot während der Laichzeit im Februar und März sowie eine Erhöhung des Fangmindestmaßes auf 45 cm angeboten. Außerdem fordert der Bundesverband der Anglerinnen und Angler eine intensivere wissenschaftliche Datenerhebung zum Dorsch, auch in den Nachbarstaaten im Ostseeraum. Bisher wurden lediglich Daten zur Bestandssituation des Dorsches in der Ostsee vom Thünen Institut in Rostock erhoben.

Das Problem um den westlichen Dorschbestand ist nicht zu übersehen und die Anglerschaft in Deutschland ist bereit, an Maßnahmen zum Wiederaufbau des Bestandes mitzuwirken. Allerdings sind die jetzt vom EU-Ministerrat getroffenen Entscheidungen weit, von der umsetzbaren Praxis entfernt und werden vom DAFV aufs äußerste in Frage gestellt.

 

Dr. Christel Happach-Kasan
Präsidentin
Deutscher Angelfischerverband e.V.

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burschiabs Avatar
burschiab antwortete auf das Thema: #10388 30 Jan 2017 22:00
Leider, oder sollte ich sagen hoffentlich werde ich mich im Juni auch mit der Fangquote auseinandersetzen müssen.

Zum einen ist es ja nicht mehr als vernünftig, daß es Schonmaße und -Zeiten, sowie Fangbegrenzungen gibt, damit sich die Bestände wieder erholen können. Andererseits ist es nicht nachvollziehbar, mit welchem Maß hier gemessen wird.
Wenn z. B. das Schonmaß vom Dorsch von 38 auf 45cm gesetzt worden wäre, hätten zwar viele Brandungsangler erheblich weniger Fische, die sie mitnehmen können. Dafür würde aber auch die "Kinderstube" nicht leergeräumt. Zudem weiß jeder, der mal einen gerade maßigen Dorsch gefangen hat, daß außer viel Kopf, nicht viel verwertbares Fleisch dran ist. Deshalb nehmen viele Angler erst garkeinen Dorsch unter 45cm mit.
Aber das ist ja hier beim Aal das gleiche Problem. Ein Aal mit 40cm ist doch wirklich die Arbeit nicht wert.

Daß es keine einheitlich Schonzeit für Berufsfischer und Angler gibt, kann ich mir eigentlich nur damit erklären, daß einerseits im Februar/März nur wenige Angler auf Dorsch angeln und die Fangmengen wohl kaum ins Gewicht fallen. Aber dann gibt es ja noch die "Spezialisten", die genau zur Laichzeit rausfahren, um den Rekorddorsch zu fangen, der dann etliches an Körpergewicht an Rogen im Bauch hat. Das finde ich eine äußerst zweifelhafte Einstellung und daß es dann noch Reiseveranstalter gibt, die genau das anbieten, ist die reine Geldmache, die verboten gehört.
Das ist das gleiche, wenn

beamy-demonic
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